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Treppen gehören zu einem Haus wie Fenster und Türen.

Doch so alltäglich Treppen sind, sie bergen ein nicht zu unter-

schätzendes Risiko. Jedes Jahr sterben etwa 800 Menschen

bei einem Sturz auf der heimischen Treppe. Das sind deutlich

mehr tödliche Unfälle als zum Beispiel durch Ausrutschen bei

Glatteis.

Gerade weil die Treppe so alltäglich ist, wird sie gefährlich. Bei

Unachtsamkeit oder Eile verfehlt schnell mal ein Fuß die nächs­

te Stufe und schon kommt es zum Sturz. Durch die Höhe und

die zahlreichen Kanten sind die Verletzungen oft schwer. Be­

sonders Kinder und Senioren erleiden bei Treppenstürzen häu­

fig Knochenbrüche und Kopfverletzungen.

Die gute Nachricht lautet:Wir müssen nicht alle in ebenerdige

Bungalows ziehen. Denn mit ein paar Maßnahmen lassen sich

die heimischen Stufen deutlich sicherer gestalten.

Es werde Licht. Eine gute Beleuchtung für Treppen bedeu­

tet, dass die Stufen vollständig ausgeleuchtet sind und das

Licht nicht blendet. Dafür eignen sich zum Beispiel Leuch­

ten in Halbkugelform oder moderne Geländer mit inte­

grierter LED-Leiste. Die Lichtschalter sollten gut erreichbar

am Anfang und Ende der Treppe angebracht sein.Wer die

Beleuchtung (zum Beispiel für Außentreppen) über Bewe­

gungsmelder steuert, sollte auf eine möglichst lange

Schaltdauer achten.

Ein bisschen Farbe schadet nie. Die meisten Unfälle pas­

sieren auf den ersten und letzten Stufen. Deshalb bietet

es sich an, sie deutlich zu kennzeichnen, etwa mit Leucht­

streifen oder farbigem Klebeband an der Stufenkante.

Schicke Verkleidung. Blanke Stein- oder Holzoberflächen

sind oft sehr glatt, vor allem, wenn man sie nur mit Socken

betritt. Teppichfliesen und rutschhemmende Klebestreifen

sowie fest montierte Antirutschkanten bieten den Füßen

Halt.

Halt mich fest. Geländer dürfen großzügig zum Einsatz

kommen. Eins links, eins rechts für die Großen plus ein

niedrigeres auf jeder Seite für die Kleinen. Treppen mit

zwei Handläufen sind nach Auskunft des Deutschen Insti­

tuts für Treppensicherheit sicherer und erleichtern beson­

ders Senioren das Stufensteigen.Wichtig ist, dass der

Handlauf sicher zu umgreifen ist, er über die gesamte

Treppenlänge durchläuft und jeweils mindestens 30 Zenti­

meter vor der ersten Stufe beginnt und hinter der letzten

Stufe endet.

Alltägliche Fallen. Pflanzen,Wäschekörbe oder Haustiere

haben auf der Treppe nichts zu suchen, denn sie sind per­

fekte Stolperfallen. Die Treppe ist kein Abstellplatz!

Immer mit der Ruhe. Eile verleitet leicht zum Rennen oder

Stufenüberspringen. Ein paar Sekunden Zeitersparnis sind

das deutlich erhöhte Sturzrisiko aber nicht wert. Deshalb

gilt, auch wenn die Zeit knapp ist: Im normalen Tempo

gehen und das Geländer dabei umfassen.

Freie Sicht.Wäschekörbe und andere sperrige Gegenstän­

de sollten immer so getragen werden, dass der Blick auf

die Stufen frei bleibt. Aufs Handy oder ins Buch besser erst

wieder am Ende der Treppe schauen.

Das Deutsche Institut für Treppensicherheit informiert unter

www.treppensicherheit.de

zuVorschriften, Normen und Rechts­

fragen.

Von Maike Jaspers, Wissenschaftsjournalistin, München.

Mehr zum Thema Sturzprävention im Haus­

halt bietet das Faltblatt „Alltägliche Stolper­

fallen: Treppen, Teppiche, Kabel & Co.“,

herausgegeben vom Gesamtverband der

Deutschen Versicherungswirtschaft und

der Aktion DAS SICHERE HAUS.

Erhältlich ist es unter

www.das-sichere-haus.de/broschueren/haushalt.

Weitere Infos

Sicher

Treppen steigen

Geländer mit integriertem LED-Licht

Treppenstufen mit LED-Beleuchtung

aufklebbare Antirutschkanten

SI CH E R zuhau s e & un te r we g s

2/2015

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Senioren