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werden. Bis die jeweilige Entscheidung ergeht, dürfen Biozide

mit diesen Wirkstoffen aber weiter verkauft werden. Alle Bio­

zidprodukte, dieWirkstoffe enthalten, die nach 2000 entwickelt

wurden, dürfen erst nach einer Zulassung in den Handel gelan­

gen. Die BAuA informiert auf ihrer Internetseite über bereits

zugelassene Produkte.

Im Gegensatz zu Pflanzenschutzmitteln sind Biozide in der

Regel frei erhältlich; Holzschutzmittel etwa kann jeder im Bau­

markt kaufen. Damit liegt die Verantwortung für die eigene

Gesundheit und den Naturschutz allein beim Hobbygärtner.

Vor demVerdünnen, Anmischen und Ausbringen empfiehlt es

sich, die Hinweise zur Verwendung gründlich durchzulesen.

Hier steht, wie man sich schützt, wie das Produkt eingesetzt

wird und wie oft und in welcher Konzentration es ausgebracht

werden darf.

Chemie sicher nutzen

Häufig ist die Dosierung ein Problem.Mit Angabenwie„ 3 g/m

2

oder „Verdünnung 1:10

können wenige etwas anfangen. Dann

greift oft die„viel-hilft-viel“-Regel nach dem„Pi-mal-Daumen“-

Prinzip. Dabei ist es so schwer nicht: Die Verdünnung von Flüs­

sigkeiten etwa imVerhältnis 1:10 besagt, dass man 9 TeileWas­

ser mit einem Teil der Substanz vermengen soll.

Achten Sie darauf, dass Sie die Chemikalien nicht gegen den

Wind versprühen,Reste von Pflanzenschutzmitteln verbrauchen

und die benötigten Gartenspritzen oder Gießkannen gründlich

reinigen. Das hierbei verwendete Wasser sollte auf den zuvor

behandelten Flächen verteilt werden, ohne Pfützen zu bilden,

an denen sich Haus- undWildtiere vergiften könnten.

Begleitet werden die Anwendungshinweise durch Gefahren­

symbole auf der Verpackung. Bei einer Kennzeichnungmit dem

Symbol für „ätzend“ sind das Tragen einer Schutzbrille sowie

von Einweg-Gummihandschuhen, geschlossenen Schuhen und

langer Kleidung ratsam. Grundsätzlich sollte man beim Aus­

bringen auf den Verzehr von Lebensmitteln verzichten.

Auf Chemie im Garten verzichten

Am sichersten ist es, auf Chemie im Garten zu verzichten. Das

macht aber auch die meiste Arbeit. Die Palette der Möglichkei­

ten ist groß, sie reicht vom richtig gewählten Standort über

Pflanzenstärkungsmittel bis hin zum gezielten Einsatz von

Nützlingen. Ringelblumen oder Löwenmäulchenmögen es tro­

cken und sonnig; an einer feuchten und schattigen Stelle sind

sie anfällig für Krankheiten. Pflanzenstärkungsmittel wie Jau­

chen, Tees und Brühen können Schädlinge abwehren und die

Pflanzen stärken. Ein besonderer Feind der Schnecken ist der

Igel. Schafft man es, diesem stacheligen Gesellen im Garten

eine gemütliche Behausung zu bieten, etwa einen Laubhaufen,

wird er ein wertvoller Helfer bei der Beseitigung der Schnecken.

Links

Informationen zu Bioziden, den bereits zugelassenen

Produkten und den neuen Gefahrstoffsymbolen befin­

den sich auf den Seiten der Bundesanstalt für Arbeits­

schutz und Arbeitsmedizin.

www.baua.de

Informationen über zugelassene Pflanzenschutzmittel

finden Sie auf den Seiten des Bundesamts für Verbrau­

cherschutz und Lebensmittelsicherheit:

www.bvl.bund.de

Informationen zum ökologischen Gärtnern bieten die

Service-Seiten des BUND:

www.bund.net

Checkliste vor dem Kauf

Möglichst nicht im Internet kaufen/Beratung in

Anspruch nehmen

Zu klären: Ist das Mittel für meinen Anwendungs­

bereich zugelassen?

Möglichst ein gezielt auf einen bestimmten

Schädling wirkendes Mittel kaufen

Gibt es Alternativen wie etwa Pflanzenstärkungsmit­

tel?

Checkliste vor der Anwendung

Anwendungshinweise lesen, Dosierung richtig

berechnen und Mittel nie öfter als erlaubt verwenden

Angemessene Schutzkleidung anlegen

Mittel zur richtigen Jahreszeit und nicht vor einem

Regen oder bei Hitze ausbringen

Checkliste bei der Anwendung

Nicht gleichzeitig Lebensmittel verzehren

Nicht gegen denWind sprühen

Nach Hautkontakt gründlich waschen

Checkliste nach der Anwendung

Behälter zum Anmischen und Ausbringen gründlich

reinigen

Reste stark verdünnen und auf behandelte Fläche

ausbringen, dabei Pfützenbildung vermeiden

Kindersicher in sorgfältig verschlossener Originalver­

packung und nicht über Kopfhöhe lagern

Suppe aus Wildkräutern

Aus Löwenzahnblättern und

vermeintlichen Unkräutern

wie Giersch und Brennnessel

wird auf einfache Weise eine

gesunde, wohlschmeckende

Suppe. Ambesten schmecken

die jungen Frühjahrstriebe.

Einfach etwas Öl in einem Topf

erhitzen, Zwiebeln darin anbraten,

die gesäuberten und kleingeschnit­

tenen Blätter hinzufügen und mit Gemüse­

brühe ablöschen. Köcheln lassen, das Ganze mit

einem Pürierstab zerkleinern, nach Geschmack mit Sahne

oder Schmand anreichern und auf dem Teller mit Gänse­

blümchenblüten garnieren. Fertig.

Von Dr. Nora Manzke, Volontärin in der Pressestelle der Bundesanstalt

für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Dortmund.

Leicht-/Hoch-

entzündlich

Brandfördernd Giftig/

Sehr giftig

Ätzend

SI CH E R zuhau s e & un te r we g s

2/2015

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Freizeit