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Chemie im Garten –

bitte mit Bedacht!

Doch bei der Verwendung von Chemie im Garten ist Vorsicht

geboten, denn vieleWirkstoffe gefährden auch Menschen und

Umwelt oder können bei falscher Anwendung Reizungen, Ver­

ätzungen oder Vergiftungen hervorrufen. Zudem wirken die

Mittel häufig nicht selektiv; sie schaden auch den gehegten

Pflanzen und wichtigen Nützlingen wie Schmetterlingen und

Bienen. Hinzu kommt, dass derartige Stoffe sich im Boden an­

reichern und das Gemüse ungenießbar machen können.

Unterschied Pflanzenschutzmittel und Biozide

Es gibt einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Pflanzen­

schutzmitteln und Bioziden. Pflanzenschutzmittel sind chemi­

sche oder biologische Wirkstoffe, die Pflanzen oder deren Er­

zeugnisse vor Schadorganismen schützen. Dazu zählen Un­

krautbekämpfungsmittel,Mittel gegen Pilzbefall von Pflanzen

oder Schneckenkorn.

Biozide wiederum sind Stoffe, die auf chemischem oder biolo­

gischemWeg Schadorganismen zerstören, abschrecken oder

unschädlichmachen. Sie dienen, kurz gesagt, nicht dem Schutz

von Pflanzen, sondern allgemein der Abwehr von Schädlingen

wie zum Beispiel Mücken.

Pflanzenschutzmittel und Biozide werden behördlich über­

wacht und unterliegen unterschiedlichen Verordnungen. Das

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

ist für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zuständig. Hier

ist geregelt, dass Produkte für den„Hobbygärtner“ den Aufdruck

„Anwendung für nichtberufliche Anwender zugelassen“ tragen

müssen. Hinzu kommt das„Selbstbedienungsverbot“,nach dem

Pflanzenschutzmittel nur nach einer Beratung durch eine fach­

kundige Verkäuferin oder einen fachkundigen Verkäufer abge­

geben werden dürfen. Pflanzenschutzmittel dürfen nur auf

landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutz­

ten Flächen angewendet werden, nicht aber auf anderen Flä­

chen wieWegen, Garagenzufahrten und Stellplätzen.Verstöße

können empfindliche Geldbußen zur Folge haben.

Die Zulassung von Bioziden ist ein zweistufiges Verfahren. Die

nationale Zulassungsstelle für Deutschland ist die Bundesan­

stalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Alle Biozid­

wirkstoffe, die vor dem Jahr 2000 auf dem Markt waren, sind

„Altwirkstoffe“ undmüssen sukzessive geprüft und genehmigt

Endlich ist es Sommer. Im Garten grünt und blüht es. Doch

zeitgleich mit Zier- und Nutzpflanzen sprießen auch Unkräu-

ter, und Schädlinge treiben ihr Unwesen. Ackerwinde, Giersch

und Brennnessel erscheinen zwischen Clematis und Sonnen-

hut, Schnecken fressen die Setzlinge. Mancher Hobbygärtner

greift da verzweifelt zur chemischen Keule.

SI CH E R zuhau s e & un te r we g s

2/2015

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Freizeit