Previous Page  11 / 16 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 11 / 16 Next Page
Page Background

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

(BAG) warnt vor Lauflernhilfen. Die Geräte bergen ein hohes

Unfallrisiko mit der Folge schwerer Verletzungen:„Jeder dieser

Unfälle wäre vermeidbar, wenn Eltern Lauflernhilfen erst gar

nicht verwendenwürden“,sagt BAG-GeschäftsführerinMartina

Abel.

Lauflernhilfen: mehr Schaden als Nutzen

Lauflernhilfen gefährden Babys und Kleinkinder mehr, als dass

sie ihnen nützen. In den Plastikgestellen auf Rollen mit einge­

bautem Sitz hängen die Kinder in einer Art Hosengurt, stoßen

sich mit den Zehenspitzen vom Boden ab und erreichen eine

unnatürlich hohe Geschwindigkeit. Das Laufen erlernen sie da­

bei nicht – im Gegenteil: Je öfter sie mit diesen Geräten durch

dieWohnung fahren, desto empfindlicher wird ihre natürliche

motorische Entwicklung gestört.

Sport trägt wesentlich zur motorischen und kognitiven Ent­

wicklung von Kindern bei. Für Mädchen und Jungen mit Fehl­

sichtigkeiten kann er aber schnell zum „Blindflug“ werden, da

die Alltagsbrille vor allem für Ballspiele in der Regel völlig un­

geeignet ist. Bei einem Sturz oder Zusammenstoß verbiegt sich

imgünstigsten Fall nur das Gestell. Landet jedoch einmit voller

Kraft geworfener Ball imGesicht des Brillenträgers, können die

Gläser zersplitternund schwereAugenverletzungenherbeiführen.

Für fehlsichtige Kinder ist deshalb die Sportbrille die besteMög­

lichkeit, sich koordiniert undmit Spaß zu bewegen.„Wenn Jun­

gen und Mädchen Korrektionsbedarf haben, dann gehören die

Sportschutzbrille oder, je nach Alter, die Kontaktlinsen so selbst­

verständlich zur Sportausrüstung wie die Sportschuhe“, emp­

fiehlt Dr. Gernot Jendrusch von der Ruhr-Universität Bochum.

Hände weg von

Lauflernhilfen

woe

In Kanada sind die unfallträch­

tigen Lauflernhilfen bereits vom

Markt verbannt. In Deutschland

dagegen sitzen schon sechs

Monate alte Babys in den

geräderten Plastikgestel­

len. Unfälle passieren,wenn

die Kleinen mitsamt Lauf­

lernhilfe an Türschwellen

hängenbleiben oder Treppen

hinunterfallen. Kopfverletzungen sind dabei

besonders häufig. Verbrühungen drohen ebenfalls, wenn die

größere Reichweite imBabywalker Kinder anTassenmit heißer

Flüssigkeit oder an Küchengeräte gelangen lässt.

Ein gute Sportbrille erkennen

Eine Sportbrillemuss die Funktionen einer Schutzbrille erfüllen

und viel aus- und abhalten können. Das Gestell muss zum Bei­

spiel bruchsicher und aus splitterfreiemKunststoff ohne schar­

fe Kanten bestehen. Die Fassung muss fest am Kopf sitzen und

so groß sein, dass sie sich bei einem Aufprall von vorne an den

knöchernen Rändern der Augenhöhle abstützt. Die Gläserein­

fassung des Gestells muss gewährleisten, dass die Gläser nur

nach außen, also vom Auge weg, herausfallen können. Die

Gläser selbst müssen aus bruchfestemMaterial bestehen, zum

Beispiel Polycarbonat, Trivex, PNX 1.63. Die gepolsterte Nasen­

auflage muss den Nasenrücken mit einbeziehen, möglichst

weich und anpassbar sein. Die Weichpolsterung, also die

Nasenauf­lage,aber auch seitliche Polster oder Silikonpads sollten

aus hygienischen Gründen auswechselbar sein.

Beschaffung einer Schulsportbrille

Kinder und Jugendliche erhalten bis zum 18. Lebensjahr

grundsätzlich einen Zuschuss zur Sehhilfe von den

gesetzlichen Krankenkassen.

Für den Schulsport bekommen Kinder und Jugendliche bis

zur Vollendung der allgemeinen Schulpflicht Kunststoff­

gläser erstattet oder einen Festbetrag bezuschusst. Diese

Erstattung kann gegebenenfalls zusätzlich zur normalen

Brille erfolgen.

Die Höhe der Erstattung hängt ab von der benötigten

Gläserstärke. Die Fassung wird nicht bezuschusst.

Es empfiehlt sich, sowohl auf dem Berechtigungsschein

als auch auf dem Rezept den Begriff „Schulsportbrille“

zu vermerken.

Gut sehen,

gut trainieren

Tipps für die richtige Sportbrille

Rüdiger Remus, Präventionsberater bei der Unfallkasse Nord, Hamburg.

SI CH E R zuhau s e & un te r we g s

2/2015

11

Kurz gemeldet