Previous Page  7 / 16 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 7 / 16 Next Page
Page Background

Der Tierhalter haftet, wenn sein Tier Menschen oder

anderen Tieren Schaden zufügt. Eine Haftpflichtversiche-

rung kann hier nützlich sein. In einigen Bundesländern

ist eine Hundehalterhaftpflichtversicherung gesetzlich

vorgeschrieben.

Haftpflichtversicherung

„Zuverlässige Zahlen,wie viele Kinder jährlich zu Schaden kom-

men, gibt es nicht, aber Verletzungen durchTiere erfordern häu-

figer eine stationäre Behandlung als andere Unfälle“, sagt Inke

Ruhe, stellvertretende Geschäftsführerin der Bundesarbeits­

gemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. (BAG). Zum Bei-

spiel sind kleine Kinder im Alter von bis zu fünf Jahren am

stärksten gefährdet, durch Hunde Bissverletzungen zu erleiden.

Die Verletzungen betreffen wegen der Körpergröße und des

Spielverhaltens der Kinder vor allem Kopf und Hals. Es drohen

Blutverlust undWundinfektionen.

Kinder müssen daher lernen, die Rechte, Eigenheiten und auch

Freiheiten der Tiere zu erkennen und zu respektieren. Hier sind

vor allem die Eltern gefordert, die ihrem Kind zum Beispiel er-

klärenmüssen, dass Körbchen, Futternapf oder Spielsachen nur

für das Tier gedacht sind und nicht für andere. Ebenso tabu ist

es, ein Tier zu provozieren. Eltern sollten ihre Kinder für die

Zeichen des Tieres sensibilisieren, zumBeispiel, wenn die Katze

einen Buckel macht oder der Hund bedrohlich knurrt und

die Zähne fletscht. Die Elternmüssen zudemdie Situa­

tion stets im Auge behalten, um schnell eingreifen

zu können, denn auch der Familienhund kann dem

Kind gefährlich werden.

Eine Empfehlung, ob Kind und

Tier auch mal sich selbst über-

lassen werden können, ist

schwierig zu geben, da Fakto-

renwie das Alter und die Reife des

Kindes ebenso mit hineinspielen

wie seine Erfahrung imUmgangmit

diesem speziellen Tier. Es gibt allerdings

auch Stimmen, die dazu raten, ein Kind

nie mit einem Haustier allein zu lassen.

Dies gilt vor allem für Hunde, da sie un-

berechenbar sein können.

Hohes Infektionsrisiko

Egal ob Biss oder Kratzer: Verletzungen

von Tieren bergen ein hohes Infektions-

risiko. Jeder vierte Hundebiss ist mit Kei-

men infiziert, bei Katzen ist die Rate

noch höher. Schon eine kleine Wunde

kann also zur Gefahr werden, vor allem,

wenn sie unbehandelt zuwächst, die

Bakterien aber noch imKörper sind.„Das

sind kleine Verletzungen, die man aber

nicht unterschätzen darf“, warnt die

BAG-Expertin. Das Reinigen der Wunde

durch den Hausarzt senkt das Infek­

tionsrisiko. Grundsätzlich sollten Eltern ihre Kinder gegen

Tetanus impfen lassen, damit sie im Notfall von vornherein

geschützt sind.

Auch die Hygiene beim Tier ist unverzichtbar. Regelmäßige

Wurmkuren durch den Tierarzt schützen vor unerwünschten

Parasiten, ebenso die regelmäßige Kontrolle des Fells auf Flöhe

oder Zecken. So können nicht nur kleine wie große Tierfreunde

unbesorgt sein, auch die Tiere selber profitieren. Denn ein zu-

friedenes Tier ist der beste Schutz.

Von Alexandra Ludwig, Journalistin, Hamburg.

Ein Tier kann ein treuer Spielgefährte sein, ein erfüllendes

Hobby oder schlicht der beste Freund des Menschen. Aber

hinter Wuschelfell, herzerweichendem Blick und feuchten

Nüstern verbergen sich unberechenbare Zeitgenossen.

Die Deutsche Veterinärmedizi-

nische Gesellschaft bietet mit

Der Blaue Hund

“ ein interak-

tives Lernspiel für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren und

ihre Eltern an. Ziel ist es, Bissverletzungen zu verhindern.

Das Programm kostet 9,80 Euro. Mehr Infos unter

www.dvg.de

, Stichwort: Der Blaue Hund

Tipp

Unter

www.tierhilfe-spanien.org

gibt es 12 goldene Tipps

für Kinder zum sicheren Umgang mit Hunden.

Der Blaue Hund

(Haus-)Tiere

– nicht nur süß

7

SI CH E R zuhau s e & un te r we g s

1/2016

Kinder