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Motiviert, das Haus auf Vordermann zu

bringen,finden sich viele Frühjahrsputzer

zunächst vor den Supermarktregalen ein.

Dort lauert die Qual der Wahl zwischen

Allzweckreinigern und Scheuermilch,Bo-

den-, Fenster- sowie Hygienereinigern,

Schimmelentfernern und so weiter. Laut

Umweltbundesamt werden in Deutsch-

land jährlich etwa 220.000Tonnen Haus-

haltsreiniger verkauft. Dazu kommen

noch rund 260.000 Tonnen Spülmittel.

Und diese Armada ist teuer. Wer für je-

den Schmutz den passenden Reiniger

kauft, ist an der Kasse schnell bei 50 Euro.

Nur – ist das wirklich nötig? Großmutter

hat schließlich ihren Haushalt über Jahr-

zehnte auch nur mit Kernseife und Scheu-

ermilch zumStrahlen gebracht. Undwas

ist überhaupt drin in Reinigungsmitteln?

Viele Produkte werben zum Beispiel mit

Aufschriften wie „Beseitigt Bakterien zu

99,99%“. Muss das sein?

Was steckt in

Reinigungsmitteln?

Reinigungsmittel bestehen vor allemaus

Tensiden, Säuren, Alkalien und Phospha-

ten. Außerdem enthalten sie oft Duft-,

Farb- und Konservierungsstoffe.

Tenside setzen die Oberflächenspan-

nung des Wassers herab und hüllen die

Schmutzpartikel ein, so dass sie vom

Wasser abgespült werden können. Doch

was gut gegen Schmutz ist, schadet der

Haut.Tenside entziehen ihr Feuchtigkeit

und sorgen für trockene Hände. Wer

beim Putzen Gummihandschuhe trägt

oder sich nachträglich die Hände ein-

cremt, kann dem vorbeugen.

Säuren und Alkalien sollen vor allem

Kalk, Urinstein, Rost und Öl bekämpfen.

Stark saure oder stark alkalische Reiniger

können jedoch ebenfalls die Haut reizen

oder Verätzungen verursachen. In man-

chen Putzmitteln befinden sich außer-

dem Lösemittel wie Alkohol oder Benzin.

Sie steigern die Reinigungswirkung.

Allerdings verflüchtigen sie sich bei der

Anwendung und verschlechtern dann die

Qualität der Luft im Innenraum. Das Um-

weltbundesamt rät daher zu Reinigern,

die weniger Säuren, Alkalien und Löse-

mittel verwenden. Dafür lohnt sich ein

Blick auf die Rückseite der Verpackung.

Der Hersteller muss die Inhaltsstoffe aus-

zeichnen und Gefahrstoffe durch Pikto-

gramme kennzeichnen. Diese Symbole

geben an,welche Gefahren von demPro-

dukt ausgehen und worauf bei der An-

wendung zu achten ist. Als Faustregel

kann gelten: Je weniger Gefahrenhin­

Frühjahrsputz:

Vier Mittel reichen völlig aus

Die Natur lässt den Frühling wie von selbst seinen Zauber entfalten. Damit der Frühling aber auch Einzug

in die eigenen vier Wände halten kann, wird in den meisten Haushalten eifrig geschrubbt und gewischt.

Dafür sprechen nicht zuletzt die rund 945 Millionen Euro, die laut Industrieverband Körperpflege- und

Waschmittel 2015 in Deutschland für Reinigungsmittel ausgegeben wurden. Diese enorme Summe ver­

wundert nicht, gibt es doch für jeden Zweck mindestens einen Spezialreiniger. Die Etiketten verheißen

strahlenden Glanz, manche werben mit Keimfreiheit. Aber braucht man wirklich so viele Spezialprodukte

für ein sauberes Zuhause?

Eduard Mörike, „Er ist’s“, 1832

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SI CH E R zuhau s e & un te r we g s

1/2016

Haushalt