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Wieczorek. Sie heizen nur, wenn sie eine Topfunterseite erken-

nen. Bei Kochfeldern und Backöfen mit Betriebsdauerbegren-

zer wird es auch nicht brenzlig, wenn das Gerät mal vergessen

wird. Ein Kochfeldwird abgeschaltet,wenn die Schalterstellung

innerhalb einer vorgegebenen Betriebsdauer unverändert blieb.

Je nach Gerätetyp ist diese Dauer entweder abhängig von der

gewählten Schalterstellung oder immer gleich lang. Nach dem-

selben Prinzip funktionieren Zeitbegrenzer bei Backöfen. Back-

ofentüren werden dank neuer Technologien heute nicht mehr

so heiß wie früher. Türverriegelungen bewahren hier vor einer

heißen Dampfwolke.

Wassertemperaturen begrenzen – Verbrühungen

vorbeugen

Verbrühungen drohen an jedemWasserhahn, wenn schlecht

eingestellten Armaturen zu heißes Wasser entspringt. In der

Küche braucht man ab und zu sehr heißes Wasser, doch in

Dusche oder Wanne kann mit einem Thermostat-Regler ohne

Nutzungseinbußen eine niedrigere Temperatur eingestellt

werden. Waschtisch-Armaturen gibt es mit eingebautem

Widerstand oder auch einer Begrenzung der Höchsttemperatur.

Wasserkocher und Heißwasserboiler gibt es mit Temperatur-

reglern als Zusatzmerkmal.

Wohnung aus Kindersicht betrachten

Doch mit Sicherheitsfunktionen an den Geräten alleine ist es

nicht getan. Alles, was heiß wird,muss für Kinder unerreichbar

sein.„Eine gute Idee ist, dieWohnung aus dem Blickwinkel von

Kindern zu betrachten. Ich bin selbst Vater von Zwillingen und

bin auf den Knien durch die ganze Wohnung gerutscht, um

Gefahrenquellen zu erkennen“, sagt Dennis Körbächer von der

Johanniter-Akademie in Berlin. Nach der Inspektion wurden

Elektro-Kleingeräte aus demWeg geräumt. Die dazugehörigen

Kabel ebenfalls.Viele Geräte haben Kabel-Aufwickelfunktionen

oder -führungen. Herdschutzgitter schaffen Abstand zu heißen

Töpfen. „Eine solche Haushaltsinspektion muss regelmäßig

wiederholt werden“, empfiehlt Adelheid Gottwald. Schließlich

vergrößere sich der Aktionsradius von Kindern stetig.

„Insgesamt sind Haushaltsgeräte und Sanitärausstattungen in

den vergangenen Jahren deutlich sicherer geworden“,sagt Adel-

heid Gottwald, Vorsitzende von „Paulinchen e.V. – Initiative für

brandverletzte Kinder“. Gang und gäbe sind heute optische

Anzeigen, die den Betriebszustand signalisieren und damit

zugleich vor Hitze warnen. Auch eine Abschaltautomatik ist

zumindest bei vielen Elektro-Kleingeräten Standard. Sie greift,

wenn dasWasser im Kocher oder das Fett in der Fritteuse eine

bestimmte Temperatur erreicht hat. Darüber hinaus bieten

einige Geräte Sicherheits-Extras.

Beim Kauf genau hinschauen

„Beim Kauf sollte man genau hinschauen, was ein Produkt

leisten kann und vergleichen“, rät deshalb ElkeWieczorek vom

DHB-Netzwerk Haushalt. So sorgt etwa bei einigen Bügeleisen

eine Automatik dafür, dass das Gerät nicht mehr heizt, wenn

es eine bestimmte Zeit lang nicht bewegt wird. BeimWasser-

oder Eierkocher ist ein Trockengehschutz hilfreich. Er schaltet

den Kocher ab, wenn er ohneWasser erhitzt wird.

Bei allen Geräten, die im Betrieb heiß werden, ist eine gute

Hitzeschutzisolierung gefragt. Sie hängt häufig vom Material

ab; einWasserkocher mit Metallgehäuse wird heißer als einer

mit Kunststoffgehäuse.

Besonders viel hat sich bei Herden und Backöfen getan. „Opti-

mal sind Induktionskochzonen“, sagt Hauswirtschaftsmeisterin

Von Eva Neumann.

Sicherheitstechnik

verhindert

Verbrennungen und Verbrühungen

17.374 Patienten wurden im Jahr 2012 wegen Verbrennungen

oder Verbrühungen vollstationär in deutschen Krankenhäu-

sern behandelt, so das Statistische Bundesamt. 7.490 von

ihnen waren jünger als 20 Jahre. Die Gesamtzahl derjenigen,

die sich pro Jahr durch Feuer, den Kontakt mit heißen Gegen-

ständen, Flüssigkeiten oder mit Dampf verletzen, ist um ein

Vielfaches höher. Die meisten dieser Unfälle geschehen im

privaten Haushalt. Manch einer von ihnen ließe sich vermei-

den – durch größere Vorsicht, aber auch durch sicherheits-

technische Ausstattungen.

Induktionskochzone

Wasserkocher mit Temperatur-

regler

Wenn inWasserleitungen lauwarmes Wasser steht, kön-

nen sich Keime rasch vermehren, etwa die gefährlichen

Legionellen. Um das zu verhindern, sollte, unabhängig von

Temperaturbegrenzungen, das Wasser am Ausgang jedes

Warmwasserspeichers 60 Grad Celsius warm sein.Wurde

an einer Zapfstelle mehr als drei Tage keinWasser ent-

nommen, sollte manWasser, das noch in der Armatur und

im letzten Abschnitt steht, zunächst ablaufen lassen.

Vorsicht, Legionellen!

SI CH E R zuhau s e & un te r we g s

1/2015

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Haushalt