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Ein Medizinschrank

für die ganze Familie

Schmerz- und Fiebermittel gehören ebenso zur Grundausstat-

tungwieMedikamente gegen Erkältung,Halsschmerzen,Husten

und Schnupfen. Wer Verdauungsbeschwerden kennt, braucht

etwas gegen Sodbrennen oder Blähungen, Verstopfung oder

Durchfall. Hinzu kommen Salben und Gele, vor allemeineWund-

und Heilsalbe für kleinere Verletzungen, ein Antihistamin-Gel

bei Sonnenbrand und Insektenstichen sowie ein Sport-Gel für

stumpfe Verletzungen und Blutergüsse.

Wenn Kinder imHaushalt leben,muss diese Grundausstattung

erweitert werden. „Erwachsenen-Medikamente dürfen in der

Regel nicht von Kindern verwendet werden, auch nicht in nie­

driger Dosierung“, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesverei-

nigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin. Kinder dürfen

nur Medikamente einnehmen, die tatsächlich für sie geeignet

sind und vom Kinderarzt empfohlen wurden. Ob eine Salbe für

Erwachsene auch für Kinder geeignet ist, muss mit dem Arzt

oder Apotheker besprochen werden.„Bei Schmerzen und Fieber

helfen Saft oder Zäpfchen mit Ibuprofen oder Paracetamol in

altersgemäßer Dosierung“, sagt StefanieMärzheuser, Kinderchi-

rurgin und Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr

Sicherheit für Kinder e.V. Für die Erkältungszeit empfiehlt sie

vor allem Nasentropfen zum Abschwellen der Schleimhäute.

Ergänzend können Hustensaft, Nasenspraymit Kochsalzlösung,

Pastillen oder Balsam zum Einreiben die Beschwerden lindern.

Zinkoxidsalbe wirkt bei einem wunden Po oder auch einem

Hautausschlag. Aktivkohle ist ein wirksames Notfallmedika-

ment bei Vergiftungen, darf jedoch nur nach telefonischer Rück-

sprache mit dem Giftnotruf oder dem Arzt eingesetzt werden.

Verbandsmaterial und Hilfsmittel

Pflaster, sterile Wundschnellverbände, Mullbinden, Brand-

wundauflagen und Dreieckstuch sind für alle Familienmit-

glieder da und sollten in verschiedenen Größen und Formen

vorrätig und zugänglich sein. „Unverzichtbar zum Säubern

von Wunden ist ein Desinfektionsmittel, das nicht brennt“,

sagt Märzheuser. Octenisept-Lösung und andere Mittel mit

dem Wirkstoff Phenoxyethanol brennen nicht. Einmalhand-

schuhe, Verbandsschere, Pinzette, Pipette und Zeckenzange,

digitales Fieberthermometer und eine Wärmflasche vervoll-

ständigen die häusliche Erste-Hilfe-Ausstattung. Kälte-Kom-

pressen lagern einsatzbereit im Kühlschrank oder im Eisfach.

Die richtige Handhabung

Die Hausapotheke muss im Notfall für Erwachsene sofort zu-

gänglich sein, für Kinder allerdings nie. Deshalb ist ein ver-

schließbarer Schrank die besteWahl.„Er ist im Flur oder Schlaf-

zimmer besser aufgehoben als im Bad oder auch in der Küche,

da die meisten Medikamente kühl, trocken und dunkel aufbe-

wahrt werdenmüssen“, rät Sellerberg. Arzneimittel bleiben am

besten samt Beipackzetteln in ihren Originalverpackungen und

werdenmit Öffnungsdatumund Namen des Patienten beschrif-

tet. Optimal sind klar getrennte Bereiche für Erwachsenen- und

Kindermedikamente. Alle Medikamente und Verbandsmittel

müssen regelmäßig überprüft und nach Überschreiten des Halt-

barkeitsdatums erneuert werden.

Von Eva Neumann, Journalistin, Berlin.

Der Sohn blutet am Knie, der Tochter ist übel, und die Mutter klagt über Kopfschmerzen. Keine

Dramen, aber dochWehwehchen, die in jeder Familie vorgekommen. Gut, wenn dann die Haus-

apotheke mit dem Notwendigen an Medikamenten und Verbandsmaterial gefüllt ist.

Telefonnummern sofort parat haben

Die Telefonnummern der Kinderarztpraxis, der nächsten

Klinikambulanz und des Giftnotrufs hängen gut sichtbar

neben dem Telefon und sind ins Handy eingespeichert.

Das spart im Ernstfall kostbare Minuten.

Weitere Informationen

Die Bundesvereinigung der Apothekenverbände hat eine

Checkliste herausgegeben. Sie ist auf der Seite

www.abda.de

mit dem Suchwort „Hausapotheke“ zu finden.

Tipp

SI CH E R zuhau s e & un te r we g s

1/2015

7

Haushalt