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Mit einemBaby zu leben, Eltern zu sein, ist wunderschön. Es ist

aber auch nicht immer leicht. Ein über Stunden schreiendes

Baby zum Beispiel kann Papa und Mama in denWahnsinn trei-

ben. Man hat alles versucht: ausdauernd herumgetragen, zu

trinken gegeben, die Windel gewechselt, den Schnuller ange-

boten.Vergebens. Das Baby brüllt sich noch im-

mer die Seele aus dem Leib. Man könnte

es schütteln …

Aber genau das darf nicht passieren!

Schon leichtes Rütteln kann zu Ge-

sundheitsschäden führen, wenn

Nervenfasern im Nackenbereich

so geschädigt werden, dass es zu

Sauerstoffmangel imGehirn oder

zu Atemstillstand kommt. Die

Folge heftigen Schüttelns

kann ein Schütteltrauma

mit gravierenden Fol-

gen sein. Es entsteht,

Das Baby schreit und schreit – was tun?

wenn Kinder so geschüttelt werden, dass der Kopf ungeschützt

nach vorne und nach hinten schwingt. Das Gehirn prallt gegen

die Innenseite des Schädels, Blutgefäße reißen. Zu den Folgen

einer Gehirnblutung zählen schwere Nervenschäden, Entwick-

lungsstörungen mit Seh-/Hör- oder Sprachausfällen und

Krampfleiden.

Distanz suchen, ruhig werden

Eltern, die spüren, dass sie die Geduld verlieren und dass die

Hilflosigkeit allmählich inWut umschlägt, sollten das Kind auf

dem Rücken in sein Bettchen legen, den Raum abdunkeln, ihn

verlassen und die Tür schließen. Das schafft räumliche und in-

nere Distanz und beruhigt die eigenen Nerven. Das Baby wird

vermutlich weiter schreien, aber für eine kurze Zeit schadet es

ihm nicht. Eine gute Gelegenheit, mit einer Freundin oder an-

deren Vertrauensperson zu telefonieren.

Ist das Schreien allerdings lauter oder länger als üblich oder

macht das Baby einen kranken Eindruck, sollte ein Kinderarzt

oder die Mütterberatung kontaktiert werden.

Kleine Kinder sind neugierig und voller Tatendrang. Furchtlos

erobern sie ihre Welt. Die Erwachsenen müssen dafür eine

sichere Umgebung schaffen, die Kinder vor Verletzungen

schützt, ohne sie einzuengen oder zu sehr inWatte zu packen.

Die Sicherung von Türen, Schubladen und Fenstern ist dabei

besonders wichtig, um die Kleinen vor schmerzhaften Quet-

schungen und einem Bluterguss zu bewahren.

Geeignet sind diese Vorsichtsmaßnahmen in Haus und

Garten:

Sicherheitsriegel bewirken, dass Schubladen sich nicht

ganz öffnen. Einige Modelle funktionieren so, dass sich die

Schublade zudem langsam schließt.

Dank spezieller Sperren können Kinder Fenster und Türen

nicht eigenständig öffnen. Modelle mit Rückstoßsicherung

verhindern ein abruptes Zufallen mit schmerzhaften

Unfallfolgen.

Quetschungen tun kleinen Kindern besonders weh

So lassen sich Türen ganz einfach sichern

Sofortiges Kühlen lindert die Schmerzen nach einer Quet-

schung. Die Schwellung geht zurück. Geeignet sind kalte

Umschläge oder Kühlelemente, die in ein Tuch eingewi-

ckelt werden. Um Erfrierungen zu vermeiden, sollten Kühl-

elemente nicht direkt auf der Haut liegen. Lassen die

Schmerzen nicht nach, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Erste Hilfe

woe

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Türen können nicht mehr zuschlagen, wenn ein zusam-

mengerolltes Gästehandtuch auf dem Türblatt liegt.

Festes Schuhwerk schützt die Füße beim Spielen im Freien.

Weitere Infos bietet das Faltblatt „Hilfe!

Mein Baby hört nicht auf zu schreien.

Ratgeber für junge Eltern“ der Hamburger

Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit

und Verbraucherschutz. Es kann unter

www.hamburg.de/schreibabys

herunter­

geladen werden.

Weitere Infos

SI CH E R zuhau s e & un te r we g s

1/2015

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Kinder