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Abwesender Blick und Knopf im Ohr: So lässt sich heutzutage durch Musikhören dank Smartphone und

MP 3 -Player die Außenwelt ausschalten und vergessen. Laute Musik aus Smartphone, MP 3 -Player, Radio

oder Fernsehen sowie häufige Discobesuche können allerdings im Alltag die Ohren belasten. Zahlreiche

Jugendliche und junge Erwachsene haben bereits einen Hörschaden.

Alle mal

herhören!

Ein Drittel der heutigen Jugendlichen

wird vermutlich spätestensmit 50 Jahren

den Kopfhörer gegen ein Hörgerät tau-

schen müssen; die Bundeszentrale für

gesundheitliche Aufklärung schätzt, dass

bereits 25 Prozent aller 16- bis 24-Jähri-

gen einen Hörschaden haben. Das liegt

daran, dass Jugendliche ein Konzert trotz

Lautstärken von bis zu 120 dB(A) nicht als

Lärm, sondern als angesagteMusik emp-

finden, obwohl die mächtigen Beats ei-

nes Konzerts in etwa dem Lärmeines lau-

fenden Düsentriebwerks entsprechen.

Dass sich das Gehör schützen lässt, ohne

dass der Freizeitspaß zu kurz kommt,

zeigt die Broschüre „Die tägliche Dröh-

nung – Gehörschäden durch Musik“ der

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Ar-

beitsmedizin (BAuA).

Was ist eigentlich Lärm?

Fachleute bezeichnen Geräusche dann

als Lärm, wenn sie das körperliche oder

psychischeWohlbefinden des Menschen

beeinträchtigen. Ob wir ein Geräusch als

störend oder angenehm empfinden, ist

allerdings oftmals Geschmackssache.

Die Kenngröße für Schall beziehungswei-

se Schalldruck ist Dezibel (dB(A)). Der

Mensch hört in dem (Frequenz-)Bereich

am besten, in dem Sprache stattfindet.

Bei höheren oder tieferen Tönen – höhe-

ren oder tieferen Frequenzen – ist das

menschliche Gehör weniger empfindlich.

Diese Eigenschaft bildet das dB(A) ab. Für

die Ohren ist schon eine Dauerbeschal-

lung um 85 dB(A) gefährlich, was zum

Beispiel einer Bohrmaschine oder lauter

Musik über Kopfhörer entspricht. Die

Schmerzschwelle ist bei über 120 dB(A)

erreicht, sie sinkt aber mit zunehmender

Lärmschwerhörigkeit.

Schwerhörigkeit als

schleichender Prozess

Entscheidend dafür, ob die Ohren geschä-

digt werden, sind die Lautstärke und die

Dauer der Musikdröhnung. Kein Gehör

gewöhnt sich an Lärm.„Laute Veranstal-

tungen wie Discobesuche sollten in Ma-

ßen unternommen werden, am besten

nicht mehr als einmal pro Woche“, rät

Dr. Georg Brockt, Raumakustiker und

Lärmexperte der BAuA. Außerdemsollten

besonders laute Zonen gemieden wer-

den, etwa der Platz vor den Boxen. Auch

zuhause gilt, dass die Stereoanlage und

andere Schallquellenwie Fernseher oder

Spielekonsole nicht bis zum Anschlag

aufgedreht werden sollten. Um Gehör-

schäden vorzubeugen, brauchen die Oh-

ren nach einer Stunde lauter Musik eine

Pause.

„Ist der MP 3 -Player oder das Smartphone

erst einmal voll aufgedreht, ist die täglich

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Freizeit